Hinter der Begrifflichkeit des betrieblichen Gesundheitsmanagements stehen verschiedene Maßnahmen und Aktivitäten des Arbeitgebers, um sich um die gesundheitsförderliche Gestaltung des Arbeitsplatzes, der Arbeit an sich, aber auch um verschiedene Aspekte der Arbeitssicherheit und der Wiedereingliederung bereits erkrankter Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu kümmern.

Im Rahmen des AP 7.4 (Betriebliche Gesundheitsförderung) ist die TWSD wohnen plus…gGmbH für die Entwicklung und Implementierung eines Konzeptes zum betrieblichen Gesundheitsmanagement zuständig. Zum vergangenen Meilensteintreffen im Dezember 2017 konnte dieses Konzept nun vorgestellt werden. Die Erstellung begründet sich nicht zuletzt auf der ausführlichen Literaturrecherche zu Beginn des Projektes sowie auf der wissenschaftlichen Voruntersuchung, bei welcher Führungskräfte aus dem Bereich der ambulanten Pflege befragt wurden.

Zu Beginn der Erstellung eines BGM-Konzept ist es notwendig, Leitlinien zu definieren, welche den Umgang mit BGM im Unternehmen handlungsleitend beschreiben. Die TWSD wohnen plus…gGmbH hat für sich folgende Leitlinien erarbeitet:

  1. Betriebliches Gesundheitsmanagement beinhaltet sowohl die Förderung des individuellen Gesundheitsverhaltens der Beschäftigten als auch die gesundheitsgerechte Arbeits- und Organisationsgestaltung (Ganzheitlichkeit).
  2. Betriebliches Gesundheitsmanagement wird systematisch durchgeführt: Bestandsaufnahme, Maßnahmenplanung, Maßnahmenumsetzung, Erfolgsbewertung bilden einen Regelkreis.
  3. Möglichst viele Beschäftigte werden an den Entscheidungen, den Maßnahmen und den Lösungen beteiligt (Partizipation).
  4. Betriebliches Gesundheitsmanagement ist ein auf Dauer angelegter Prozess (Nachhaltigkeit).
  5. Betriebliches Gesundheitsmanagement muss bei allen wichtigen Entscheidungen in allen Bereichen des Unternehmens berücksichtigt werden (Integration).
  6. Betriebliches Gesundheitsmanagement wird als Führungsaufgabe verstanden und berücksichtigt.
  7. Gesundheitlich notwendige Maßnahmen dürfen nicht unter Hinweis auf wirtschaftliche Erwägungen unterbleiben.
  8. Die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten von Frauen und Männern, Vollzeit- und Teilzeitkräften, alleinstehenden oder jenen mit Familienpflichten werden berücksichtigt.

Im Rahmen des AP 7 arbeitet der Praxispartner TWSD wohnen plus…gGmbH derzeit an der Konzeption eines integrierten betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Um den Anforderungen an ein umfassendes BGM trotz der Besonderheiten im sozialen Dienstleistungssektor (z. B. die dezentrale Organisation) gerecht werden zu können, führen wir derzeit Mitarbeiterbefragungen zur Bedarfsermittlung in den einzelnen ambulanten Pflegediensten und den stationären Pflegeeinrichtungen in Thüringen sowie im Vogtland durch. Hierbei wird mit Hilfe von Fragebögen die Zufriedenheit der Mitarbeitenden sowie deren Situation im Arbeitsalltag ermittelt, um aus den gewonnenen Daten mögliche Strategien und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Arbeitssituation abzuleiten. Ein weiterer Teilbereich der Befragung nimmt den Gesundheitszustand der Pflegenden in den Fokus. An der beispielhaften Darstellung der Umfrageergebnisse aus einer der befragten Einrichtungen wird deutlich, welchen psychischen und physischen Belastungen die Pflegenden Tag für Tag ausgesetzt sind.

Aufgrund unserer wissenschaftlichen Voruntersuchung sind wir von den Ergebnissen zwar nicht überrascht, jedoch führen sie uns wieder vor Augen, wie wichtig die Gesunderhaltung der Mitarbeitenden ist und motiviert unser Projektteam weiterhin mit vollem Einsatz für die gesunde Arbeit beruflich Pflegender zu forschen, um letztlich auch die Versorgung unserer Pflegebedürftigen sicher zu stellen.