Erprobung bei der Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Nds. Süd gGmbH

Die Erprobung wurde mit einem Umfang von 16 Unterrichtsstunden in die Weiterbildungsmaßnahme "Verantwortliche Pflegefachkraft nach § 132a SGB V und § 71 SGB XI“ eingebunden. Dieser Lehrgang befähigt zur Leitung einer ambulanten bzw. stationären Pflegeeinheit. Die Teilnehmer*innen (TN) waren im Unterschied zum Erprobungspartner TWSD angehende Führungskräfte.

Insgesamt nahmen 17 TN aus ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen aus dem südniedersächsischen und hessischen Raum an der Erprobung teil. Ergebnisse von 14 TN konnten in die Auswertung einfließen, da sie an allen drei Phasen der Erprobung (Auftaktworkshop, Erprobung, Abschlussworkshop) beteiligt waren.

Im Gegensatz zur Erprobung bei der TWSD fand die Testphase im Rahmen des Blended Learning statt. Neben der Wissensvermittlung im Präsenzunterricht wurde in dem Weiterbildungslehrgang dafür die Lernplattform ILIAS genutzt. Vor der Erprobung des Lernspiels mussten die TN in ihrem ILIAS Lernbereich zunächst ein Lernmodul zum Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ bearbeiten und ihr Wissen durch einen Selbsttest überprüfen.

Danach stand den TN ausreichend Praxiszeit zur Verfügung, um das Lernspiel zu testen. Mittels einer in ILIAS erstellten Übungseinheit haben die TN ein Lerntagebuch mit Selbstreflexionsfragen zum Lernspiel bearbeitet, welches auch zur Vorbereitung der Gruppendiskussion beim Abschlussworkshop diente. Abgeschlossen wurde die Erprobungsphase durch eine weitere, online durchgeführte, anonymisierte Befragung u.a. hinsichtlich der Aspekte Nutzerfreundlichkeit und Spielfreude.

Während der Erprobung wurden die TN ebenfalls über ILIAS tutoriell betreut. Innerhalb eines eigenen Kursforums konnten sich die TN über inhaltliche Fragen bzw. technische Probleme in der Anwendung des SGH austauschen. Damit konnte eine kontinuierliche Begleitung und technischer Support während der Erprobung des Lernspiels gewährleistet werden.

Erprobung bei der TWSD wohnen plus... gGmbH

Die Erprobung beim Praxispartner TWSD wohnen plus... gGmbH wurde in eine 8 wöchige Personalentwicklungsmaßnahme eingebettet. Welche mit einem Auftaktworkshop begann. Hierbei wurden den Teilnehmern*innen, welche vorwiegend erfahrene Führungskräfte aus dem Pflegesektor waren, theoretische Grundlagen zum den Themen BGM und serious Games näher gebracht und eine Nullmessung mittels eines Fragebogens durchgeführt.

Im Anschluss daran wurden die Führungskräfte für 5 Wochen in die praktische Erprobung von Stress-Rekord geschickt, wobei hier das Spielverhalten, die Nutzungsdauer und weitere Parameter erfasst wurden. Im Anschluss daran startete die zweite Onlinephase, diesmal drei Wochen, um einen weiteren Fragebogen zu bearbeiten. Hierbei war es das Ziel neben einer Bewertung des serious Games als solches den Wissenszuwachs der Führungskräfte sichtbar zu machen.

Abschließend wurden die Führungskräfte zu einem Abschlussworkshop eingeladen, wobei hier nochmals mittels einer Gruppendiskussion Erfahrungen mit der Software ausgetauscht wurden. Die einzelnen Ergebnisse wurden dann schließlich mit einem LEGO® Serious Play-Workshop durch die einzelnen Teilnehmer*innen nochmals visualisiert und auch der Praxistransfer mit dieser Methode dargestellt.

Sieben von zehn Pflegekräften erwarten, dass sie ihren Job nicht bis zur Rente machen können. Der Dauerstress geht auch zulasten der Qualität. Das geht aus einer aktuellen Erhebung von DGB und Ver.di hervor.

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Arbeitsbedingungen im Pflegebereich weitaus stärker von Zeitdruck und überbordender Arbeitsmenge geprägt sind als im Durchschnitt aller Berufsgruppen.

So liegt der Anteil der Krankenpflegerinnen und -pfleger, die sich bei der Arbeit oft gehetzt fühlen bei 80 Prozent (Altenpflege: 69 Prozent; alle Berufsgruppen: 55 Prozent). Der Anteil der Beschäftigten in der Krankenpflege, die "häufig Abstriche bei der Qualität ihrer Arbeit machen, um die Arbeitsmenge bewältigen zu können", liegt bei 49 Prozent (Altenpflege: 42 Prozent; alle Berufsgruppen: 22 Prozent). Dass sich unter diesen Bedingungen nur rund ein Fünftel der Beschäftigten vorstellen kann, bis zur Rente so zu arbeiten, liegt auf der Hand - Krankenpflege: 23 Prozent, Altenpflege: 20 Prozent, alle Berufsgruppen: 48 Prozent.

Für die Sonderauswertung zu den Arbeitsbedingungen in der Alten- und Krankenpflege wurden die Daten des DGB-Index Gute Arbeit für die Jahre 2012 bis 2017 zusammengefasst. Die Bewertungen der Pflegebeschäftigten haben sich in diesem Zeitraum kaum verändert. 84 Prozent der Befragten sind Frauen, die Teilzeitquote liegt bei 45 Prozent (weniger als 35 Stunden/Woche).

Download DGB-Index: Arbeitsbedingungen in der Alten- und Krankenpflege (PDF, 2 MB)

Quelle: DGB

Am 23. Januar 2019 findet die Abschlussveranstaltung im Projekt "Stress-Rekord" im Hörsaalzentrum der TU Dresden, Bergstraße 64, statt.

Wir möchten die Abschlussveranstaltung nutzen, um Ihnen unsere zahlreichen Projektergebnisse, die in den vergangenen drei Jahren entstanden sind, vorzustellen. Gleichzeitig möchten wir Potenziale und Hemmnisse des Lernspiels für die Praxis sowie Verwertungsmöglichkeiten mit Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus der beruflichen Weiterbildung, der Pflege und dem Bereich Serious Games/Gamification diskutieren.

Download: Programm Abschlussveranstaltung

Am 15. November 2018 fand der Abschluss-Workshop zur Erprobung des Lernspiels im Rahmen des Weiterbildungslehrgangs "Verantwortliche Pflegefachkraft" statt, an dem sich 14 Teilnehmer*innen des Kurses beteiligten.

Nach der Vorstellung einiger Ergebnisse der Fragebogenauswertung folgte eine sehr aufschlussreiche und nicht mit kritischen Anmerkungen sparende Diskussion über die Erfahrungen der Teilnehmer*innen mit dem Lernspiel.

Dabei wurde neben vereinzelten technischen Problemen von hohen Erwartungen an das Spiel berichtet, die nicht eingetreten seien. So beklagten sich Teilnehmer*innen über zu wenig Interaktivität im Spiel und für viele sei der Lernerfolg eher gering gewesen. Auch habe sich nicht immer ein Zusammenhang verwendeter Symbole mit den sich dahinter verbergenden Belastungen erkennen lassen.

Am Ende des Workshops wurde mittels der LEGO® Serious Play®-Methode Möglichkeiten des Transfers der Lerninhalte aus dem Lernspiel „Stress-Rekord“ auf den eigenen Pflegebetrieb entwickelt. Dabei ging es u.a. um die Fragen "Von welchen Belastungen sind die Pflegekräfte in meinem Betrieb betroffen?“ und "Was kann ich als Führungskraft tun, um Belastungen zu senken und die Ressourcen zu stärken?“

Im  Februar 2019 startet ein erneuter Durchlauf zur Erprobung des Lernspiels im Rahmen des Weiterbildungslehrgangs "Verantwortliche Pflegefachkraft nach § 132a SGB V". Auf das Feedback der zukünftigen Teilnehmer*innen sind wir sehr gespannt.

 

 

 

Die bislang umfangreichste repräsentative Befragung von Erwerbstätigen zur Belastung und Beanspruchung durch Arbeit mit digitalen Technologien

25- bis 34-Jährige sind digital gestresster als andere Altersgruppen. Das ist nicht die einzige Überraschung der mit 2.640 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bislang größten und umfassendsten Studie zum Thema „Digitaler Stress in Deutschland“. Von Autorinnen und Autoren der Universität Augsburg unter der Leitung von Prof. Dr. Henner Gimpel und in Zusammenarbeit mit der Fraunhofer Projektgruppe Wirtschaftsinformatik erarbeitet, steht diese von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie jetzt frei zum Download zur Verfügung.

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„Unsere über Branchen und Bundesländer hinweg repräsentative Studie“, erläutert der Wirtschaftsingenieur Henner Gimpel, der als Mitglied des Zentrums für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung (ZIG) der Universität Augsburg Empfänger der Böckler-Fördermittel war, „beschäftigt sich mit der voranschreitenden Digitalisierung und dem aus ihr resultierenden veränderten Belastungs- und Beanspruchungsprofil am Arbeitsplatz. Häufig wissen die Erwerbstätigen damit nicht oder nur unzureichend umzugehen. Die Folge: Digitaler Stress.“

Zunahme gesundheitlicher Beschwerden und Verringerung der Leistungsfähigkeit

Digitaler Stress ist ein Phänomen bzw. Problem, das über alle Regionen, Branchen, Tätigkeitsarten und individuellen demographischen Faktoren hinweg feststellbar ist. Die Studie zeigt, dass übermäßiger digitaler Stress mit einer deutlichen Zunahme gesundheitlicher Beschwerden einhergeht. So leidet mehr als die Hälfte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich einem hohen digitalen Stress ausgesetzt sehen, unter Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und allgemeiner Müdigkeit. Nachweislich verringert übermäßiger digitaler Stress die berufliche Leistung, um zugleich mit einem starken Work-Life-Konflikt einherzugehen.

Diskrepanz zwischen Kompetenzen und Anforderungen als zentraler Stressfaktor

Interessanterweise ist der Digitalisierungsgrad des Arbeitsplatzes nicht alleine ausschlaggebend für das Ausmaß an digitalem Stress, eine zentrale Rolle spielt vielmehr das Ungleichgewicht zwischen den Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Technologien einerseits und den Anforderungen, die diese an die Arbeitnehmer stellen, andererseits. „Umso überraschender ist unser Ergebnis, dass digitaler Stress bei den 25- bis 34-jährigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ausgeprägter ist als bei anderen Altersgruppen“, so Gimpel.

Bemerkenswert ist auch, dass Frauen, die an digitalisierteren Arbeitsplätzen arbeiten, sich als kompetenter fühlen als Männer, zugleich aber mehr unter digitalem Stress leiden als Männer. Geschlechterübergreifend wird die Verunsicherung im Umgang mit digitalen Technologien als der größte Stressor wahrgenommen, aber insbesondere auch die Unzuverlässigkeit der Technologien und die Überflutung mit digitalen Technologien in allen Bereichen des Lebens spielen neben weiteren Faktoren eine signifikante Rolle.

Verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen

Gimpel resümiert: „Die Erkenntnisse, die wir gewinnen konnten, legen Maßnahmen nahe, die in erster Linie darauf abzielen, Fehlbeanspruchungen durch digitalen Stress zu vermeiden. Darunter fallen in erster Linie verhaltenspräventive Maßnahmen wie die Vermittlung bzw. der Erwerb von Kompetenzen sowohl im Umgang mit digitalen Technologien als auch in der Bewältigung von digitalem Stress. Unter verhältnispräventiven Gesichtspunkten geht es aber auch darum, digitale Technologien maßvoll und individuell optimiert einzusetzen, Support bereit- und sicherzustellen und beim Design der eingesetzten digitalen Technologien höchsten Wert auf deren Verlässlichkeit zu legen.“

Originalpublikation:

Henner Gimpel, Julia Lanzl, Tobias Manner-Romberg und Niclas Nüske: Digitaler Stress in Deutschland. Eine Befragung von Erwerbstätigen zu Belastung und Beanspruchung durch Arbeit mit digitalen Technologien (= Forschungsförderung Working Paper, Nr. 101), Düsseldorf 2018, 57 Seiten, ISSN: 2509-2359

Zum Download frei verfügbar auf:
http://www.fim-rc.de/kompetenzen/digitalisierung/
http://www.boeckler.de/64509.htm?produkt=HBS-007024&chunk=1&jahr=

Quelle: Pressemitteilung Uni Augsburg idw-online.de

In der vergangenen Woche fand der Auftaktworkshop für die Erprobung des SGH beim Erprobungspartner Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Nds. Süd gGmbH in Göttingen im Rahmen des Weiterbildungskurses „Verantwortliche Pflegefachkraft“ statt. Bei den Teilnehmer*innen (TN) handelt es sich um angehende Führungskräfte in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen.

Nach der Begrüßung durch das Projektteam schloss sich als Erstes eine online durchgeführte, anonymisierte Befragung der TN an, in der es primär um Fragen zur Arbeitsbelastung und demografische Angaben ging (Nullmessung). Danach bekamen die Teilnehmenden eine Einführung in das Projekt Stressrekord sowie zur Bedeutung und zum Ablauf der Evaluation im Rahmen der Erprobung.

Im Gegensatz zur Erprobung bei der TWSD findet in diesem Kurs die Erprobung im Rahmen des Blended Learnings statt. Neben der Wissensvermittlung im Präsenzunterricht wird in dem Weiterbildungslehrgang auch die Lernplattform ILIAS genutzt, welche u.a. der Bereitstellung von Lerninhalten und der Organisation von Lernvorgängen dient.

Im weiteren Verlauf des Auftaktworkshops wurde den TN ihr Arbeitsplan für die Erprobung am 29. Oktober 2018 vorgestellt. So bearbeiten die TN  auf der Lernplattform zunächst ein Lernmodul zur Einführung in das Betriebliche Gesundheitsmanagement (inklusive Wissenstest), bevor es in die Spielerprobung geht. Daran wird sich eine ILIAS Übung in Form eines Lerntagebuchs zur Spielreflexion sowie die zweite Online-Befragung (Abschlussmessung) anschließen. Für inhaltliche bzw. technische Fragen werden die TN während der Testphase tutoriell betreut.

Bei der sich anschließenden Einführung in das Lernspiel wurde den Teilnehmenden das Vorgehen der  Registrierung sowie das Login erklärt, um mögliche Hürden während der Online-Phase, in der die Spieler das Spiel selbstständig spielen, zu vermeiden. Alle notwendigen Informationen zum Spiel und zu dessen Inhalten erhielten die Teilnehmenden als Begleitmaterial zum Workshop (Teilnehmerhandbuch und Bibliothekshandbuch). Da das  Lernspiel momentan als Prototyp vorliegt, wurden die Teilnehmenden noch auf mögliche Fehler im Spielablauf bzw. der grafischen Darstellung hingewiesen.

Am 15. November werden in einem halbtägigen Abschlussworkshop mittels Gruppendiskussion und Feedbackrunde eine Bewertung des Spiels und seiner Inhalte vorgenommen sowie auf spielerische Art und Weise ein Transfer des Gelernten auf den eigenen Pflegebetrieb angewendet.

 

Nachdem die erste Erprobung bei unserem Projektpartner TWSD abgeschlossen ist, startet der nächste Testdurchlauf bei der Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Nds. Süd gGmbH in Göttingen.

Erprobt wird das Lernspiel durch Teilnehmer*innen (TN) im Rahmen des Weiter-bildungslehrgangs „Verantwortliche Pflegefachkraft“ nach § 132a SGB V und § 71 SGB XI.

Nach einem Auftaktworkshop am 18. Oktober 2018 durch das Projektteam schließt sich dann die Erprobung im Rahmen eines E-Learning-Tages (Onlinephase) am 29. Oktober 2018 an. Über das Lernmanagementsystem ILIAS erarbeiten sich die TN zunächst mittels eines Lernmoduls Grundlagen zum Betrieblichen Gesundheits-management (BGM) und schließen dieses durch einen Selbsttest zur Wissens-überprüfung ab. Danach steht die Erprobung des Lernspiels im Mittelpunkt. Diese wird durch ein Lerntagebuch in Form einer ILIAS Übung abgeschlossen. Bei Fragen bzw. technischen Problemen während der Erprobung werden die TN tutoriell unterstützt.

Mitte November wird dann ein Abschlussworkshop folgen, in dem es, neben einer Reflektion der Erprobung des Lernspiels, hauptsächlich um einen interaktiven, spielerischen Transfer der Lerninhalte aus dem Lernspiel „Stress-Rekord“ auf den eigenen Pflegebetrieb geht.

Begleitet wird die Erprobung durch eine Onlinebefragung der TN (Nullmessung bzw. Abschlussbefragung) zur Wirksamkeit des Spiels.

 

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) in Köln hat mit dem Pflege-Thermometer 2018 die Ergebnisse der bundesweiten repräsentativen Befragung von Leitungskräften in der teil-/vollstationären Pflege veröffentlicht. Gefördert wurde die Studie von der B. Braun-Stiftung und vom Pflegelotsen des Verbands der Ersatzkassen e.V. unterstützt.

Aktuell sind rund 17.000 Stellen im Pflegebereich in den Einrichtungen nicht besetzt. Zur Deckung würden rund 25.000 zusätzliche Personen benötigt, da vielfach in Teilzeit gearbeitet wird. „Die Personalengpässe führen zu Wartelisten und zu Absagen bei Betreuungsanfragen in den Einrichtungen. In mehr als jedem fünften Betrieb erfolgte aufgrund des Personalmangels in den vergangenen drei Monaten ein zeitweiliger Aufnahmestopp“, so Prof. Michael Isfort, Leiter der Studie.

Auswirkungen zeigen sich auch bei den Beschäftigten selbst. „Die Leitungskräfte beobachten gegenüber dem Vorjahr erhöhte Krankheitsausfälle und steigende Anforderungen durch Einspringen an freien Tagen“, so Isfort weiter. Licht und Schatten stellen die Einrichtungen bei den aktuellen Gesetzesreformen und Entwicklungen fest. "Maßnahmen der Entbürokratisierung führen offenbar tatsächlich zu Entlastungen des Personals und einer größeren Klarheit der Dokumentation.“ Es bestehen aber zahlreiche weitere bürokratische Bereiche, wie z.B. aufwendige, aber wenig aussagekräftige Qualitätsmessungen.„Eine klare Absage wird dem Pflege-TÜV in seiner jetzigen Form erteilt“, so Isfort.

Mehr Gestaltungsspielraum wird auch bei der Regelung der Fachkraftquote gefordert – eine Abschaffung aber findet deutlich keine Mehrheit. Vielmehr wird befürwortet, dass unter bestimmten Bedingungen und geprüften Konzepten mehr Variabilität ermöglicht werden müsste. Eine zentrale Veränderung ist die Umstellung der Pflegestufen in Pflegegrade. Mehr als jede zweite Einrichtung betrachtet die Umstellung eher skeptisch. Befürchtet werden niedrigere Neueinstufungen und finanzielle Einbußen, sodass zukünftig primär Menschen mit hohen Pflegegraden aufgenommen werden. Eine Verbesserung der Steuerung ergibt sich den Einschätzungen folgend eher nicht.

Download des Abschlussberichts: www.dip.de

Zu den wichtigsten Themen beim Abschluss von Betriebsvereinbarungen zwischen Betriebsräten und Management gehörten Arbeitszeit, Datenschutz und Gesundheit. Dies geht aus einer neuen Auswertung der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Den stärksten Zuwachs gab es in den letzten Jahren bei Vereinbarungen zum Schutz vor psychischen Belastungen.

Was bedeutet Arbeiten 4.0 im betrieblichen Alltag? Und wie wird die Digitalisierung in Unternehmen umgesetzt? In Betrieben mit Betriebsrat haben die Beschäftigten darauf einen gesetzlich gesicherten Einfluss und können Regeln für die Arbeitswelt von morgen mitgestalten. Aktuell schließen Betriebsräte am häufigsten Vereinbarungen zu Arbeitszeit und Datenschutz ab. Außerdem kommen viele Betriebsvereinbarungen hinzu, die der Gesundheit der Beschäftigten dienen und vor psychischen Belastungen schützen sollen.

Dies zeigt eine Analyse von Helge Baumann aus dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) sowie Dr. Manuela Maschke und Sandra Mierich aus dem Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U) der Hans-Böckler-Stiftung. Die Experten haben Daten der WSI-Betriebsrätebefragungen 2015 und 2017 und aus dem Archiv Betriebliche Vereinbarungen ausgewertet. Die Betriebsrätebefragung ist repräsentativ für mitbestimmte Betriebe aus allen Branchen mit mehr als 20 Beschäftigten.

Artikel Mitbestimmung: Was Beschäftigte schützt in Böckler Impuls 08/2018
Bildquelle: Artikel Mitbestimmung: Was Beschäftigte schützt, in: Böckler Impuls 08/2018

Demnach gewinnen Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung beim Abschluss von Betriebsvereinbarungen zunehmend an Bedeutung. Mittlerweile gibt es dazu in etwa 55 Prozent der Betriebe eine Vereinbarung – deutlich mehr als noch im Jahr 2015, damals waren es nur 42 Prozent. „Zwischen wachsender Arbeits- und Leistungsverdichtung und dem vermehrten Abschluss von Betriebsvereinbarungen zu Gesundheitsschutz kann man einen Zusammenhang vermuten“, schreiben Baumann, Maschke und Mierich. „Nicht zuletzt sind gesetzliche und tarifvertragliche Regeln zum Schutz der Gesundheit darauf angewiesen, dass sie in den Betrieben umgesetzt werden.“

Offenbar erkennen immer mehr Unternehmen, dass aufgrund zunehmender Arbeitsverdichtung und Entgrenzung in der digitalisierten Arbeitswelt dringender Handlungsbedarf besteht. Das zeigt sich auch daran, dass psychische Belastungen stärker in den Fokus rücken. Inzwischen gibt es in rund 30 Prozent der mitbestimmten Betriebe eine Vereinbarung zu psychischen Gefährdungsbeurteilungen. Mehr als die Hälfte dieser Vereinbarungen wurde seit 2015 abgeschlossen. Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen seien das „Trendthema Nummer 1“, heißt es in der Analyse.

Literatur:

Helge Baumann, Manuela Maschke, Sandra Mierich: Betriebsvereinbarungen 2017: Verbreitung und Trendthemen, WSI Policy Brief Nr. 25, Mai 2018.

Download: www.boeckler.de

Im Zeitalter des digitalen Wandels ändert sich auch zunehmend unsere Arbeitswelt. Gerade jetzt gilt es, Lebensqualität am Arbeitsplatz zu schaffen, damit Mitarbeiter*innen gesund und leistungsfähig bleiben. Doch was bedeutet das für das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM)?

Als eine der größten Zukunftsstudien, die es je in Deutschland zum BGM gegeben hat, zeigt  „whatsnext – Gesund arbeiten in der digitalen Arbeitswelt“ (ein Projekt des Instituts für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG), der Techniker Krankenkasse und der Haufe-Gruppe) die aktuelle und zukünftige Bedeutung zahlreicher Aspekte des BGM aus Sicht von Unternehmens- und Gesundheitsverantwortlichen auf.

Nach Auswertung der Befragung von 800 Geschäftsführenden, Personalleitungen und Verantwortlichen für betriebliches Gesundheitsmanagement lassen sich verschiedene Entwicklungstendenzen im BGM erkennen. Eine der Kernbotschaften der Studie lautet: Das größte Hindernis im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) sind aktuell die Führungskräfte. Dabei könnten sie ihre Funktion als Erfolgstreiber für ein nachhaltiges BGM nutzen. Das Verhalten der Führungskräfte wird für die erfolgreiche Einführung oder Weiterentwicklung eines BGM sogar deutlich bedeutsamer eingestuft als ein höheres Budget oder größere personelle Ressourcen.

Auch an vielen anderen Stellen der Befragung wird der hohe Wert der Führung für die Gesundheit deutlich: Gesundes Führen wird als wichtigstes Thema der Führungskultur in fünf Jahren erachtet: 88 Prozent der Befragten geben an, dass dieses Thema in fünf Jahren eine "große" oder zumindest "eher große" Bedeutung in ihrer Organisation haben wird.

Eine weitere ableitbare Tendenz aus der Studie zeigt, dass BGM digitaler und spielerischer wird. Demnach lassen sich durch eine digitale betriebliche Gesundheitsförderung zielgruppenspezifische Maßnahmen deutlich leichter umsetzen. Auch der spielerische Aspekt nimmt dabei laut der Studie zukünftig eine wichtigere Rolle ein.

Und damit liegt unser Projekt „Stress-Rekord“ in Bezug auf Zielgruppe und digital vermitteltes spielerisches Wissen voll im „Trend“.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet sich unter https://www.asu-arbeitsmedizin.com/Archiv/ASU-Heftarchiv/article-817184-110576/die-bgm-studie-whatsnextldquo-.html

Die komplette Studie gibt es zum Download unter https://zeitschriften.haufe.de/Downloads/Personal/Studienband-whatsnext.pdf.