Endlich konnten wir das Buch über die arbeitsbedingten Belastungen und Ressourcen in der Pflege finalisieren, so dass es nun beim Bertuch-Verlag zu erwerben ist. Diese „Bibliothek“ entstand als Begleitmaterial für die Führungskräfte, die an der Erprobung des digitalen Lernspiels teilnahmen und dient als Handbuch für wissbegierige Interessierte. Insgesamt beschreiben 44 Artikel mit Hilfe anschaulicher Abbildungen die arbeitsbedingten Belastungen und Ressourcen der Pflegetätigkeit, die auch im Lernspiel „Stress-Rekord“ integriert sind.

Diese Veröffentlichung basiert auf einem umfassenden Literaturreview aus 50 Studien, wie zum Beispiel dem DAK-BGW Gesundheitsreport (2006) und dem Stressreport Deutschland (2012).

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und Sammeln neuer Erkenntnisse!

Vom 26. – 27. März 2019 traf sich das Projektteam ein letztes Mal in Weimar und blickte mit Wehmut auf ein erfolgreiches Projekt zurück. Hierbei wurden die erreichten Ziele und der aktuelle Stand besprochen, sowie das weitere Vorgehen geklärt. Denn sowohl die Ergebnisse als auch die Weiterbildungsmaßnahme sollen natürlich nicht in der Schublade verschwinden. Ganz im Gegenteil, die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e.V. wird eine Spielversion öffentlich zur Verfügung stellen, so dass weitere Gesundheitseinrichtungen von dieser Weiterbildung profitieren können. Die Trägerwerke Soziale Dienste plus… gGmbH und die Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Niedersachsen Süd gGmbH als Praxispartner werden das Spiel ebenfalls weiterhin für die Weiterbildung ihrer Schulungsteilnehmer/-innen verwenden.

Eine Gute Nachricht für alle Leserinnen und Leser unseres Blogs: Dieser wird fortgeführt und weiterhin als Informationsplattform für Neuigkeiten genutzt.

Durch die Verlängerung des Projektes bis zum 30.06.2019 für das Teilvorhaben der Technischen Universität Dresden kann das Projektteam im Medienzentrum Level 2 des Lernspiels realisieren und gleichzeitig das Spiel in einer dritten Erprobung beim Projektpartner AuL Niedersachsen Süd gGmbH testen. Die Bibliothek, welche alle Belastungen und Ressourcen von Mitarbeitenden in der ambulanten Pflege wissenschaftlich aufarbeitet und zusammenfasst, kann nach Projektende ebenfalls als Handbuch erworben werden. Sie bietet einen einmaligen Überblick zu den Belastungen und Beanspruchungsfolgen, denen die Pflegekräfte in ihrem Arbeitsalltag ausgesetzt sind.

Zur Reflexion des Projektes und des eigenen Beitrags an der innovativen Weiterbildung wendete das Projektteam erneut die LEGO® Serious Play®-Methode an. Gemeinsam entstand ein Objekt, dass das Projekt "Stress-Rekord" und die gelungene Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis symbolisch verdeutlicht.

Im Rahmen der Projektlaufzeit entstand umfassendes Begleitmaterial, welches die Lernenden im Rahmen ihrer Weiterbildung unterstützen soll. Während des "Show & Tell" auf der Abschlussveranstaltung des Projektes "Stress-Rekord" am 23.01.2019 wurde entsprechendes Material sowie dessen Entstehung im Rahmen einer Posterpräsentation vorgestellt.

Die im Lernspiel vorkommenden arbeitsbedingten Belastungen basieren auf den Ergebnissen eines umfangreichen Literaturreviews, welches zu Projektbeginn durchgeführt wurde. Die entstandenen Exzerpte dienten als Grundlage zur Entwicklung einer umfassenden Bibliothek. Diese enthält insgesamt 44 wissenschaftlich aufgearbeitete Artikel zum Thema arbeitsbedingte Belastungen und Ressourcen von Mitarbeitenden in der Pflege. Sowohl die Bibliothek als auch ein Teilnehmerhandbuch stehen den Spielenden während der Weiterbildung in  den Erprobungsbetrieben zur Verfügung. Zudem ist eine Veröffentlichung der Bibliothek geplant.

Am 23. Januar 2019 fand die Abschlussveranstaltung für das Projekt „Stress-Rekord“ im Hörsaalzentrum der TU Dresden statt.

Zwei Keynotes, welche gleichzeitig die Hauptziele des Projektes verdeutlichen, eröffneten die Veranstaltung mit den Themen „Gesundheitsförderliche Führung“ und „Serious Games und Gamification – Wie Spiele das Lernen von morgen beeinflussen“.

Anschließend konnten die teilnehmenden Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus der beruflichen Weiterbildung, der Pflege und dem Bereich Serious Games/Gamification, im Show & Tell an sechs interaktiven Stationen die Projektergebnisse erkunden.

Nachdem alle Teilnehmenden einen umfassenden Eindruck zum Lernspiel „Stress-Rekord“ erhalten haben, wurden sie zur Diskussion von Verwertungs- und Anknüpfungsmöglichkeiten an drei Thementischen eingeladen. Weiterhin erarbeiteten die Teilnehmenden spannende Hinweise zur Implementierung des Lernspiels in die Praxis und gaben Tipps zur weiteren wissenschaftlichen Verwertung.

Wir möchten uns für die zahlreiche Teilnahme, sowie die positive Resonanz bedanken und sind gleichzeitig etwas wehmütig, da das Projekt in wenigen Wochen endet und drei Jahre mit einem großartigen Team zu Ende gehen werden.

Mit der Reihe "BGW forum" bietet die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege eine Plattform zum Gesundheitsschutz im Betrieb - mit vielen Möglichkeiten zum Austausch von Meinungen und Informationen, zum Lernen mit- und voneinander. Im Vordergrund stehen Lösungsansätze und Methoden, die sich direkt in die Praxis umsetzen lassen. Das Ziel ist es, den Berufsalltag ein Stück gesünder, sicherer und effizienter zu gestalten.

Die dritte Veranstaltung der Kongressreihe „BGW forum“ 2018 widmet sich der Branche Altenpflege und fand am 2./3. November in Dresden statt. Hierbei tauschten sich die Teilnehmenden zum Thema Gesundheitsschutz plus Handlungshilfen und Praxisbeispiele aus.

Wir hatten die Chance „Stress-Rekord“ im Rahmen des Workshops „Spielerisch die Gesundheit von Pflegekräften fördern“ vorzustellen, wobei die Teilnehmenden das Lernspiel selbst erproben durften.

 

Anschließend erarbeiteten die Teilnehmenden in Diskussionsrunden die Potenziale, sowie Hemmnisse und Barrieren des Lernspiels, als auch Hinweise und Möglichkeiten der  Implementierung und Motivationshinweise für die anzusprechende Zielgruppe. Die Ergebnisse werden von uns zur Weiter-entwicklung des Lernspieles für die Praxis genutzt.

In dem Lernspiel „Stress-Rekord“ wird der/die Spieler/in immer wieder mit neuen Ereignissen konfrontiert, wie sie im normalen Pflegealltag regelmäßig auftreten und meist auch ein Handeln der Führungskräfte in der ambulanten Pflege erfordern. Diese Ereignisse basieren auf Problemlagen und Schwierigkeiten, denen echte Pflegekräfte in ihrem Arbeitsalltag begegnen. Alle Charaktere im Lernspiel sowie deren arbeitsbedingte Belastungen wurden auf der Grundlage von anonymen Befragungen echter Pflegekräfte entwickelt.

Das Ziel für den/die Spieler/in ist dementsprechend nicht nur das Erkennen der vorliegenden Belastung eines Charakters, sondern auch die Reaktion mit passenden Maßnahmen, um der Pflegekraft „spielerisch“ bei der Lösung ihres Problems zu helfen. Der/die Spieler/in soll ein Gefühl für den Charakter bekommen, um den Stress der Pflegekräfte im Spiel so gering wie möglich zu halten. In jedem Level des Spiel tauchen neue Mitarbeiter und damit auch neue Charaktere mit anderen Belastungen auf. Damit soll der/die Spieler/in motiviert werden, sich den individuellen Problemen jeder Pflegekraft im Einzelnen zu widmen.

An dieser Stelle möchten wir einen Charakter aus Level 2 vorstellen: Ursula Hagelhans

„Ursula Hagelhans ist 55 Jahre alt. Sie ist eine geschiedene Mutter. Ihre einzige Tochter hat bereits zwei Kinder, wobei sich Ursula sehr über ihr „Oma-Sein“ freut. Vor vier Jahren hat sie in diesem Pflegedienst als Altenpflegerin angefangen, nachdem sie in der stationären Altenpflege tätig war. Sie empfindet die Krankenpflege als einen sehr facettenreichen Beruf, wobei sie besonders den Umgang mit unterschiedlichen Menschen liebt. Außerdem ist der Pflegeberuf für Ursula die Möglichkeit, der Gesellschaft etwas zurück zu geben.“

Frau Hagelhans ist sehr sorgsam in ihrer Arbeit, dennoch bereiten ihr häufige Unterbrechungen in ihrer Arbeit, welche sie nicht ignorieren kann, immer wieder Probleme. Genauso ist das Autofahren in ihrem Beruf aufgrund der langen Fahrabstinenz schwierig. Früher konnte sie die Touren entweder mit ihrem Mann oder mit dem Fahrrad bewältigen. Dies ist nun nicht mehr möglich und ihr wurde ein neuer Dienstwagen zur Verfügung gestellt, dessen Bedienung ihr äußerst schwerfällt, besonders in Gefahrensituationen.

Auf solche und weitere Probleme der im Spiel integrierten Charaktere soll der/die Spieler/in reagieren und geeignete Unterstützung für seine Pflegekräfte finden.

 

Seit Ende April unterstütze ich Nadine Lange (SLfG) und das Projektteam von „Stress-Rekord“ als studentische Praktikantin bei der Entwicklung eines „Serious Game for Health“. Dieses wird als Führungskräftefortbildung für den Bereich der ambulanten Pflege konzipiert und ab März 2019 kostenlos für mobile und stationäre Endgeräte zur Verfügung stehen. Damit ist Stress-Rekord, als eine gesundheitsfördernde App, eine interessante Innovation für die Weiterbildung von Führungskräften im Gesundheitssektor.

Während meines Praktikums übernehme ich Aufgaben der Contentausarbeitung, zum einen in Bezug auf die Entwicklung von Spielcharakteren, zum anderen im Bereich der Bibliothekserstellung. Die Bibliothek dient dem Spieler als Plattform, um wissenschaftlich fundierte Informationen zu den Belastungen seiner, im Spiel zu betreuenden, Mitarbeitenden abrufen zu können.

Die Arbeit bei Stress-Rekord ist abwechslungsreich und gibt mir die Möglichkeit, weitere Erfahrungen bezüglich betrieblicher Gesundheitsförderung zu sammeln. Ich konnte neue Ideen in die Konzipierung des Spiels einbringen und selbst einmal den Papier-Prototypen testen. Zudem begleite ich Frau Lange zu verschiedenen landesweiten Veranstaltungen, um dort Stress-Rekord vorzustellen und den Pflegedienstleitungen sowie der Führungsebene unser Serious Game for Health näher zu bringen.

Da sowohl das Team und die Betreuung sehr gut, als auch die Projektthematik aktuell und spannend sind, werde ich Frau Lange und das Projekt Stress-Rekord nach meinem Praktikum als studentische Hilfskraft weiterhin unterstützen. Außerdem schreibe ich in Zusammenarbeit mit dem Projektteam und der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. meine Bachelorthesis. Ich freue mich sehr darauf zu erfahren, wie sich das Spiel weiterentwickelt und am Ende bei den Pflegediensten appliziert wird.

Elena Dumont