Das Transferkonzept von Stress-Rekord

Das Transferkonzept beschreibt alle Wege und Kanäle, über welche das Spiel sowie das dazugehörige Weiterbildungskonzept in die Pflegepraxis transferiert wird. Als Grundlage dafür diente die wissenschaftliche Voruntersuchung in Form einer Zielgruppen- und Bedarfsanalyse. Diese basiert auf einer Befragung von Pflegedienstleitungen zu den Bereichen Computer, Prävention und Arbeitsorganisation. Es stellte sich heraus, dass die Befragten insgesamt positiv gegenüber dem Arbeiten am Computer eingestellt sind. Damit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Lernen mit der Serious Game-basierten Informations- und Lernumgebung erfüllt. Das Thema Gesundheitsförderung wird in den meisten Organisationen als nicht wichtig erachtet (76%) und dementsprechend werden auch keine konkreten Maßnahmen durchgeführt (81%). Eine entscheidende Hürde ist hierbei das fehlende Wissen über gesundheitsförderliche Maßnahmen im Allgemeinen (54%). Durch die Zielgruppen- und Bedarfsanalyse wurden wichtige Eckdaten für die Spielkonzeption und die Entwicklung der Personalentwicklungsmaßnahme spezifiziert.

Die Personalentwicklungsmaßnahme „Stress-Rekord“ wird im Rahmen des Transferkonzeptes auf drei verschiedene Wege in die Praxis transferiert:

Transferweg 1: Die Trägerwerk Soziale Dienste wohnen plus… gGmbH (TWSD) entwickelte und implementierte ein Konzept zum betrieblichen Gesundheitsmanagement im sozialen Dienstleistungssektor. Im Projektverlauf ist eine Handlungsfeldermatrix – sowohl für verhaltens- als auch verhältnispräventive Maßnahmen – entstanden. Das Weiterbildungsangebot „Stress-Rekord“ ist dabei eine Maßnahme, durch welche die Führungskräfte die nötigen Kompetenzen erlangen, um berufsbedingte Belastungen im Pflegealltag zu erkennen und die Pflegekräfte bedarfsorientiert zu unterstützen.

Transferweg 2: Die Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen Süd gGmbH implementierte das Weiterbildungsangebot „Stress-Rekord“ in bestehende Fortbildungen. Im Speziellen wird im Rahmen der Fortbildung „Verantwortliche Pflegefachkraft nach § 132a SGB V“ das Spiel zur inhaltlichen Vertiefung genutzt. Im Rahmen einer Präsenzveranstaltung werden die Teilnehmenden in das Lernspiel eingeführt. Anschließend erfolgt eine Online-Phase, in der sich die Teilnehmenden mit den Lernhalten des Lernspiels „Stress-Rekord“ selbstständig auseinandersetzen.  Um den Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben, ihre Lernerfahrungen aus dem Spiel oder Anregungen für eine betriebliche Umsetzung gesundheitspräventiver Maßnahmen diskutieren zu können, steht ihnen ein tutoriertes Kursforum in ILIAS sowie eine Unterrichtseinheit zur Reflexion zur Verfügung.

Transferweg 3: Der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e.V. (SLfG) obliegt die Aufgabe, das Projekt landes- und bundesweit über verschiedene Kanäle zu kommunizieren. Die SLfG sieht zudem vor, eine Informationsstelle für betriebliches Gesundheitsmanagement bei kleineren und mittleren Unternehmen zu schaffen. Die SLfG nimmt hierbei eine Lotsen- und Beratungsfunktion für Themen wie Prävention und Gesundheitsförderung ein. Das Weiterbildungskonzept „Stress-Rekord“ soll im Rahmen dieser Informationsstelle als Unterstützungsangebot für die Pflegebranche bekannt gemacht und in konkrete Fachveranstaltungen eingebunden werden.