Um sicherstellen zu können, dass die Durchführung und Evaluation der konzipierten Personalentwicklungs-maßnahme in der Praxis ohne Probleme möglich ist, wird das Projektvorhaben im Rahmen der Qualitätssicherung durch einen wissenschaftlichen Beirat begleitet bzw. unterstützt. Gestern fand die zweite Sitzung des wissenschaftlichen Beirats gemeinsam mit dem Projektteam statt. Ziel dieser Sitzung war die gemeinsame Prüfung und Diskussion der im Projektverlauf erstellten Konzepte:

  • das Konzept der Personalentwicklungsmaßnahme (die Spielphase mit dem Serious Game wird von einem Auftakt- und einem Abschlussworkshop "umrahmt")
  • das Konzept zur Evaluation dieser Personalentwicklungsmaßnahme

Für die Sitzung konnte das Projektteam Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis gewinnen, die das Vorhaben mit ihrer Expertise unterstützen. In der 2,5-stündigen Sitzung hatte das Projektteam nach einer Kurvorstellung des Vorhabens die Möglichkeit, an zwei parallelen Thementischen Feedback von den Beiratsmitgliedern einzuholen. Das Projektteam erhielt eine Reihe von Impulsen, Hinweisen und Anregungen, welche nun in die Optimierung der jeweiligen Konzepte einfließen.

Vielen herzlichen Dank an alle Expertinnen und Experten, die das Vorhaben überaus gewinnbringend unterstützt haben!

Neben einer fesselnden Story, einer guten technischen Umsetzung und einem ansprechenden Design benötigt ein Spiel zudem eine gute Spielbalance. Das bedeutet, dass die einzelnen Spielelemente und ihre Beziehungen untereinander ein stimmiges Bild für den Spieler/die Spielerin ergeben müssen. Beispielsweise ist es wichtig, den Schwierigkeitsgrad so zu wählen, dass das Spiel auf der einen Seite nicht zu einfach und somit monoton für den Spieler erscheint. Es darf aber auf der anderen Seite auch nicht zu schwer und damit frustrierend für den Spieler/die Spielerin sein.

Im Projekt „Stress-Rekord“ war ebenso ein gutes Game Balancing notwendig. Eine besondere Herausforderung war es, das Stress-Level so auszubalancieren, dass es je nach Spieleraktion um ein angemessenes Maß sinkt oder steigt. Darüber hinaus wurden die Punkte, die der Spieler/die Spielerin für das Senken des Stress-Levels oder das Erkennen der richtigen Belastung und Maßnahme bekommt, ausbalanciert. Dazu wurden zunächst einmal die typischen Fälle eines „guten“, „schlechten“ und „mittelguten“ Spielers konstruiert. Anschließend wurde ein mathematisches Modell zum Ausbalancieren der Punkte und des Stress-Levels gewählt und kontinuierlich verändert – solange bis eine optimale Spielbalance erreicht wurde.

Am 21. März fand das 4. Fokusgruppentreffen der Fokusgruppe „Neue Ansätze des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Pflege- und Dienstleistungssektor“ in Weimar statt. Ziel der Fokusgruppe ist es, den Austausch zwischen den Verbundprojekten zu fördern, Synergien zu schaffen, Ergebnisse zu bündeln und in den Förderschwerpunkt zu integrieren.

Nach einem Gastvortrag von Frau Helga Gessenich vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) zu den ersten Ergebnissen des Pflege-Thermometers 2018 hatte diesmal das Projekt „Stress-Rekord“ die Möglichkeit, sich umfassend vorzustellen. In einem Vortrag und einer anschließenden „Spielphase“ wurden den anderen Teilnehmern des Treffens die aktuellen Projektergebnisse präsentiert. In der „Spielphase“ konnten die Teilnehmer einen Einblick in den aktuellen Stand des digitalen Prototyps bekommen und parallel die Spielschritte und das Spielerleben am Papierprototyp testen. Anschließend hatten die anderen Projekte der Fokusgruppe die Möglichkeit über ihren aktuellen Stand in einer kurzen Poster-Präsentation zu berichten.

Der Zukunftstag ALTENPFLEGE 2018 auf der Altenpflegemesse in Hannover hat sich dem Thema Digitalisierung angenommen und in verschiedenen Fachvorträgen aufgezeigt, welche Konzepte es für die erfolgreiche Implementierung von digitalen Struk-turen in der Altenpflege bereits gibt und wo Hindernisse bestehen.

Ob "smarte Apps", altersgerechte Assistenzsysteme (AAL) oder E-Health-Lösungen - die Digitalisierung hat auch die Pflegebranche erreicht. Im Bereich der Altenpflege kann die Digitalisierung auch neue Potenziale zur Ergänzung und Erleichterung der alltäglichen Arbeit mit sich bringen. Sei es durch die Einführung von automatischen Bestellprozessen, dem Einsatz von AAL oder der Robotik.

Prinzipiell ergeben sich Möglichkeiten, die Pflegenden bei ihrer Arbeit zu entlasten und trotzdem eine gute Pflegequalität zu gewährleisten. Doch nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch ethisch sinnvoll. Ein Gedanke, der die Digitalisierung der Pflege prägen wird und der auch verschiedene Beiträge durchzog. Daneben bleibt auch die Frage zu klären, ob und wie die Digitalisierung dazu beitragen kann, den Pflegenotstand generell zu lindern und die Altenpflege weiter voranzubringen.

Evidente Nachweise für den Nutzen von Technologien stehen bezüglich der Arbeitsbedingungen und -organisation in der Pflege bisher ebenso aus wie belastbare Daten zur Verbreitung von unterschiedlichen technischen Lösungen oder verlässliche Informationen zu den Einstellungen von Pflegenden. Diese Lücke gilt es weiter zu füllen.

Dr. Meiko Merda (MEMe – Forschung I Trainings I Projekte, Berlin) konnte dazu in seinem Vortrag Erkenntnisse aus einer Studie vorstellen, die vom BGW, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und der Offensive Gesund Pflegen (OGP) zum Thema "Pflege 4.0 – Einsatz moderner Technologien aus der Sicht professionell Pflegender" initiiert wurde. Anhand von durchgeführten Workshops und schriftlichen Befragungen mit Expert*innen wurden erste Ergebnisse für vier "Fokustechnologien" ermittelt  (Elektronische Dokumentation, Telecare, Technische Assistenz und Robotik) und daraus eine Reihe von Handlungsempfehlungen entwickelt.

Wie verbreitet die einzelnen Technologien schon sind, welche Chancen entstehen, aber auch welche Hürden es gibt, kann man detailliert im veröffentlichten Forschungsbericht nachlesen:

Pflege 4.0 - Einsatz moderner Technologien aus der Sicht professionell Pflegender (PDF)

Das Interesse des Publikums am Thema war groß, so dass auch die Altenpflegemesse vom 02. - 04. April 2019 in Nürnberg wieder die Frage aufgreifen wird: "Wie verändert Digitalisierung die Pflege?".

 

 

Am 28.02.2018 fand bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ein Fachtag zum Thema „Digitalisierung in der Pflege“ statt. Auch wir waren vor Ort und wurden mit den neusten Innovationen und Start-Up-Unternehmen vertraut gemacht. Die BAuA führte an dem Tag durch die Veranstaltung und es wurden den Teilnehmern fünf Thesen präsentiert, welche im Rahmen einer Befragung im Pflegesektor zum Thema „Digitalisierung 4.0 im Sektor Pflege“ immer wieder auftauchen:

1. „Die Pflege will die Technik nicht!“

Diese These wurde anhand einer Erhebung belegt. Hier zeigen die Befunde, dass die Pflege in erster Linie mit Menschen arbeite möchte. Prinzipiell haben Pflegende eine geringere Affinität gegenüber der Technik als andere Berufsgruppen. Jedoch sprachen sich insgesamt 87% der Befragten für moderne Technik in der Pflege aus.

2. „Die Pflegebranche hängt in der Digitalisierung hinterher!“

Die Pflege möchte sich für eine Digitalisierung öffnen und geht schon erste Schritte, hängt aber gegenüber anderen Berufszweigen hinterher.

3. „Die Digitalisierung wird in der Pflege Arbeitsplätze kosten!“

Um diese These zu beantworten,  wurde der „Job-Futureomat 2018“ (https://job-futuromat.iab.de/) genutzt. Dieser berechnet, welche Tätigkeiten im Job heute schon ein Roboter erledigen könnte.  Bei dem Beruf „Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/-in“ können aktuell weniger als 30% der Tätigkeiten durch einen Roboter übernommen werden.

4. „Digitalisierung in der Pflege sorgt für mehr Zeit mit den Pflegebedürftigen!“

28% der befragten Pflegekräfte finden, dass der Einsatz von moderner Technik ihnen aktuell mehr Zeit mit den zu Pflegenden ermöglicht.

5.  „Digitalisierung wird für gute Arbeit in der Pflege sorgen!“

Ein Großteil der Befragten findet, dass durch die Digitalisierung mehr Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz erreicht werden kann. Jedoch äußerte sich etwa die Hälfte der Befragten, dass so auch mehr Zeitdruck, Stress und eine verstärkte Leistungskontrolle auftreten werden. Zudem vermutet ein Großteil der Pflegekräfte, dass die Digitalisierung in den nächsten Jahren trotzdem eine zusätzliche Personaleinsparung mit sich bringt.

Im Rahmen des abschließenden Networking-Buffets konnten wir weiterführende Kontakte im Pflege- und Arbeitsschutzsektor knüpfen, die für unser Projekt Stress-Rekord hilfreich sind.

Das Projekt Stress-Rekord stellte sich mit einem Vortrag auf der Game Based Learning Conference in Dresden vor. Die Veranstaltung fand am 08. und 09. März 2018 statt und wurde durch Wissenschaftler, Kreative und Bildungspraktiker der Akademie für berufliche Bildung (AfBB), der Technischen Universität Dresden (Medienzentrum) sowie der Fachhochschule Dresden (FHD) organisiert.

​Das Programm der Tagung richtete sich insbesondere an Lehrende aus der akademischen und beruflichen Bildung. Fachvorträge und Workshops von/mit nationalen und internationalen Experten der Wissenschaft, Bildungs- und Kreativbranche lieferten Einblicke in die Themen Game Based Learning, Gamification oder Serious Games.

Thema des Vortrages waren die in Stress-Rekord eingesetzten Methoden zur Entwicklung von Spielszenarien in der Analyse- und Konzeptionsphase von Serious Games.

Am 05.02. lud die UAG „Gesundheitliche Versorgung“ Leipzig das Stress-Rekord-Team erneut zur Präsentation des aktuellen Projektstandes ein. Vertreten waren neben der Leiterin der UAG auch die Pflegekoordinatorin Leipzig, sowie weitere Vertreterinnen der IKK Classik und der AOK Pflegeberatung. In der Präsentation konnten erste Spielszenarien und die Spielumgebung gezeigt werden.

Die anschließende Diskussion warf wichtige Aspekte und Fragen auf, welche wir in die finale Spielkonzeption einfließen lassen möchten bzw. in die Öffentlichkeitsarbeit, um den Zugang zum Spiel einfacher zu machen. So gilt es zu bedenken, dass die Sensibilisierung einer Führungskraft für Prävention und Gesundheitsförderung erleichtert wird, wenn die Führungskraft bereits positiv gegenüber dem Thema BGM eingestellt ist. So kann vermutet werden, dass eine Pflegedienstleitung das Spiel eher spielen würde, wenn sie bereits für gesundheitsförderliche Maßnahmen sensibilisiert ist.

Des Weiteren wünschten sich die Anwesenden eine Chatfunktion direkt im Spiel, um einerseits im Spielverlauf Erfahrungen auszutauschen sowie in der Pflegepraxis davon profitieren zu können. So könne der Spieler/die Spielerin auch im Realen bei einer Maßnahmenumsetzung in seinem/ihrem eigenen Pflegebetrieb unterstützt werden. Zum anderen wurde vorgeschlagen, bereits im Spiel direkte Verweise auf z. B. Praxisleitfäden, Leitlinien oder Ähnliches zu geben, um direkt die Möglichkeit auf Hilfe von Außen anzugeben.

Unter dem Motto „Arbeit 4.0 erfolgreich umsetzen – Herausforderung Praxistransfer“ wird am 21. und 22. Juni 2018 die Meilensteintagung des BMBF-Förderschwerpunktes „Präventive Maßnahmen für die sichere und gesunde Arbeit von morgen“ stattfinden. Auf der diesjährigen Meilensteintagung haben die Projekte selbst die Möglichkeit, Workshops einzureichen und auszugestalten.

Das Team Stress-Rekord wird in diesem Jahr einen Workshop ausrichten, in welchem Lösungsansätze für einen gelungenen Praxistransfer interaktiv und spielerisch erarbeitet werden. Mit Hilfe der Methode LEGO® Serious Play® werden Herausforderungen des Praxistransfers analysiert sowie Ansätze für einen erfolgreichen Transfer entwickelt. LEGO® Serious Play® ist ein moderierter Prozess, in welchem das Modellieren mit LEGO®-Steinen mit ausgewählten Fragestellungen verbunden wird. Ergebnis des Workshops ist die Zusammenfassung von Handlungsprinzipien eines gelungenen Transfers in die Arbeit 4.0.

Um frühzeitig ein erstes Spielerleben zu ermöglichen und konkrete Spielszenarien zu testen, entwickelte das Projektteam einen Papierprototyp, der bereits mit über 20 Experten/innen aus den Bereichen Mediendidaktik und Usability getestet wurde. Dadurch konnte das Spiel bereits hinsichtlich verschiedener Aspekte wie bspw. Spiellogik, Nutzerfreundlichkeit oder Verständlichkeit getestet werden. Im Papierprototyp sind Spielidee und -geschichte sowie die notwendigen Fachinhalte implementiert. Hierfür wurden alle wichtigen Elemente und Inhalte des Spiels (z. B. Buttons, Profile der Pflegekräfte, Ereignisse) mit Hilfe von Papier und Karteikarten umgesetzt.

Um das Spiel und die darin implementierten Fachinhalte auch bezüglich der Realitätsnähe zu testen, wurden 3 Testspiele mit insgesamt 6 Führungskräften der TWSD wohnen plus...gGmbH in Weimar durchgeführt. Die Pflegedienstleitungen verschiedener ambulanter Betriebe aus Thüringen konnten sich mit Hilfe des Papierprototyps durch verschiedene Szenarien aus dem Pflegealltag „durchklicken“ und die dazugehörigen Geschichten der Spielcharaktere kennenlernen. Die Aufgabe, Maßnahmen zur Stressreduzierung durchzuführen und damit die Gesundheit der Spielcharaktere zu fördern, meisterten alle Teilnehmenden sehr gut. Für das Projektteam waren die Testspiele eine sinnvolle und effektive Methode, die Inhalte und die Spielmechanik auch frühzeitig mit der Zielgruppe zu erproben.

Vom 19.-20.01.2018 fand der Pflegekongress in Berlin statt. Das Projekt Stress-Rekord nahm teil und konnte sich so mit den aktuellen Trends im stationären und ambulanten Pflegesektor vertraut machen. Ein zentrales Thema zog sich durch die zweitägige Veranstaltung: „Fachkräftemangel und Mitarbeiterfluktuation“. So sprach schon zum Einstieg die Pflegedirektorin Jana Luntz des Universitätsklinikums Dresden von einem Fachkräftemangel, der nun mittlerweile auch an den Universitätskliniken in Sachsen angekommen sei. Zahlen zeigen ein verschobenes Verhältnis seit 1994 zu 2018. Damals behandelten 3,5 Pflegekräfte und 1 Arzt insgesamt 45 Patienten. Mittlerweile behandeln 2 Pflegekräfte und 1 Arzt 60 Patienten. Man sprach von einer „gewachsenen Misere“ und absehbaren schlimmen Folgen für den Pflegebereich. Viele Stationen müssen aufgrund von hohen Krankenständen und einem eindeutigen Mangel an Pflegekräften schließen, obwohl es an Patienten nicht mangelt. Die Pflegekraft gerät laut Luntz in einen Konflikt: Man möchte „…mit und für Menschen arbeiten…und nicht von seinen Werten abweichen…“. Da viele Pflegekräfte aufgrund der aktuellen Lage dies aber nicht mehr erreichen können, kommt es oft zu physischen und psychischen Belastungen, was wiederum oft eine Kündigung mit sich zieht. So spricht auch Valentin Herfurth aus Berlin vom Konflikt des pflegefachlichen Anspruchs und dem tatsächlichen Leistungsvermögen. Man muss einen Weg „weg von der Patientenorientierung“ finden und den Patienten in den vorher festgelegten Pflegeablauf einbauen. D. h. man sollte seine eigenen Fähigkeiten und Potentiale nicht nach dem Patienten richten, sondern umgedreht, sich „selbst nicht verlieren…“ mahnt Herfuth.

Ein weiteres zentrales Thema war der Zuzug an neuen ausländischen Pflegekräften und der Fortzug der inländischen Kräfte. So „..baggere exemplarisch die Schweiz stark an den deutschen Pflegekräften mit attraktiven Vergütungen und familienfreundlichen Arbeitsplätzen…“. Man vergesse an die jungen Pflegekräfte zu denken und streite sich über die Mitarbeiter, die sich über die Maße engagieren. „…Wenn man mit Kopfprämien die besten Kräfte abwirbt, hat man sich zwar augenscheinlich vorerst verbessert, nimmt aber einem anderen Unternehmen und den zu Pflegenden die Möglichkeit für eine befriedigende und erfüllenden Pflege….“ so ein ambulanter Pflegedienstleiter aus Berlin.

Judith Heepe, Pflegedirektorin am Berliner Universitätsklinikum Charité wiederum spricht sich für die Beachtung älterer Pflegefachkräfte aus. So sind diese oft körperlich stark überlastet – sind aber in der Regel psychisch belastbarer. "Sie reagieren ruhiger und können dadurch viele Situationen retten", sagt Heepe. Die Sensibilisierung für die unterschiedliche Arbeitsweise von älteren gegenüber jungen Pflegekräften ist für die eine harmonische Pflege essentiell, so „…müssen neue Tätigkeitsfelder sondiert und weiterentwickelt werden" sagt die Pflegedirektorin.

Am zweiten Tag des Kongresses standen verschieden Workshops im Vordergrund. Im Workshop „Gesund Führen“ von Dr. Detlef Krause wurde Führungsverhalten als essentielle Gesundheitsressource diskutiert. So bewirken soziale Unterstützung, Mitbestimmung und Beteiligungsmöglichkeiten, Anerkennung und Wertschätzung sowie Kommunikation mit Vorgesetzten einen deutlich geringeren Krankenstand geringe Fluktuationszahlen, psychische Gesundheit, weniger Stress und Zufriedenheit.

Ein weiteres Thema war die Herausforderung einer Führungskraft. Es wurde die Frage diskutiert, wo Führung anfängt. Es wurde deutlich, dass eine Führungskraft im Stande sein muss, sich zu spiegeln und sich in die Mitarbeitenden hineinversetzen zu können. „Führung nach unten sei leicht, Führung nach oben hingegen schwer…“. Manche Teilnehmer äußern den Wunsch nach sogenannten „Hörstunden“. Damit würde man sicher gehen, dass man die Führungskraft richtig verstanden habe und in eine Richtung blickt. Die Frage, was es so schwer macht, gesunde Führung in den Arbeitsalltag zu integrieren, bestimmte die Hauptzeit des Workshops. Der Zeitfaktor und Überarbeitung wurde als einheitliches Ergebnis deklariert. Abschließend kommt man auf den Begriff „Wertschätzung“ zurück und deutet ihn als wichtigste Gesundheitsressource, die man im Unternehmen haben kann.

Zusammenfassend können wir sagen, dass uns die Teilnahme am Kongress Pflege in unserem Projektvorhaben bestärkt. Der ärztliche Direktor Prof. Dr. Axel Ekkernkamp vom Unfallkrankenhaus Berlin bezeichnetet die Digitalisierung in der Pflege als große Hilfestellung, betonte aber, dass die Arbeitssituation auch in der indigitalen Welt attraktiv bleiben muss. Und genau dieser Satz motiviert uns im Projekt, wir wollen eine Erleichterung und Hilfestellung in Form eines Lernspiels darbieten, welches die Führungskraft für die Belastungen der Pflegekräfte im realen Pflegealltag sensibilisiert und so eine verbesserte Pflegesituation in seinem Unternehmen schafft.