Altenpflegekräfte haben ein deutlich höheres Risiko, psychisch krank zu werden, als andere Berufstätige. Das berichtet jetzt die Tageszeitung "Handelsblatt". Sie beruft sich dabei auf den aktuellen Gesundheitsreport des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen (BKK), der dem Blatt vorab vorliegt und nächste Woche offiziell vorgestellt wird.

Laut "Handelsblatt" hat der BKK-Gesundheitsreport 2016 ermittelt, dass 40,5 Prozent der in der Altenpflege Beschäftigten im Jahr 2015 mindestens einmal die Diagnose einer psychischen Erkrankung gestellt bekommen haben. Im Durchschnitt aller Versicherten treffe dieses Schicksal nur rund jeden Vierten.

Altenpflegekräfte hätten laut BKK-Studie im Jahr 2015 durchschnittlich 24,1 Tage krankheitsbedingt gefehlt, meldet die Zeitung. Das sei über eine Kalenderwoche mehr als der Durchschnitt der Beschäftigten in Deutschland. Fast jeder fünfter Fehltag (18,7 Prozent) sei auf psychische Erkrankungen zurückzuführen gewesen, mehr als jeder vierte Arbeitsunfähigkeitstag (27, 2 Prozent) habe seine Ursache in Muskel- und Skeletterkrankungen gehabt.

Quelle: www.altenpflege-online.net

59 Prozent der Altenpflegekräfte sind unzufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen, 87 Prozent von ihnen geben den Zeitdruck als Hauptursache an. Das ist zentrales Ergebnis einer Umfrage, die Elisabeth Scharfenberg, pflegepolitische Sprecherin der Fraktion der Grünen im Deutschen Bundestag, unlängst unter 4.500 Pflegenden durchgeführt hat.

Die Umfrage, deren genaue Ergebnisse erst in den nächsten Tagen auf der Homepage der Politikerin sowie in der Presse veröffentlicht werden sollen, lässt den Frust vieler Altenpflegekräfte mehr als nur erahnen. Wie der Branchendienst "Care Invest" vorab erfahren hat, können sich 78 Prozent der Umfrage-Teilnehmer nicht vorstellen, den Beruf bis zum 67. Lebensjahr auszuüben – als Hauptgründe hätten sie vor allem die körperliche Belastung (77 Prozent) und den Personalmangel (64 Prozent) angegeben. 49 Prozent der Befragten gaben an, sie würden sich im Nachhinein nicht wieder für den Pflegeberuf entscheiden – dabei spielen das Gehalt (82 Prozent) und der Personalmangel (79 Prozent) die Hauptrolle.

"Wenn sich fast 80 Prozent der Pflegekräfte nicht vorstellen können, den Beruf bis zur Rente auszuüben, und ein Drittel der Auszubildenden den Beruf gar nicht erst ergreifen will – sind das Alarmzeichen", zitiert der Branchendienst die Politikerin, "die Ursachen werden klar benannt: permanenter Zeitdruck, Personalmangel, fehlende gesellschaftliche Anerkennung, schlechtes Gehalt." Eines aber habe die Befragung auch ergeben, meint sie: "Die große Mehrzahl der Pflegekräfte ist stolz auf ihren Beruf und weiß, dass sie Wertvolles leistet."

Ziel ihrer Umfrage sei es gewesen, so Elisabeth Scharfenberg, die Arbeitssituation in der Pflege aus Sicht der Pflegekräfte kennenzulernen und zu erfahren, was sie motiviert oder belastet. Etwa 4.500 Pflegekräfte (48 Prozent ohne leitende Position, 28 Prozent in leitender Position, 10 Prozent Auszubildende) hätten daran teilgenommen.

Quelle: www.altenpflege-online.net

Seit gut einem halben Jahr arbeiten das Medienzentrum der Technischen Universität Dresden, die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V., die Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Nds. Süd gGmbH und das Trägerwerk Soziale Dienste wohnen plus... gGmbH gemeinsam an der Realisierung des Verbundprojekts "Serious Games-basierte Informations- und Lernumgebung zum Abbau von physischen und psychischen Belastungen bei Pflegekräften" (Kurz: Stress-Rekord). Als eine Kombination aus unterhaltsamen Spielerleben mit Wissensvermittlung bietet die geplante Personal- und Kompetenzentwicklungsmaßnahme für Führungskräfte im Pflegebereich vielfältige Vorteile. Neben der spielerischen Darstellung komplexer Zusammenhänge von Arbeit und Gesundheit ermöglicht die Lernumgebung eine arbeitsprozessorientierte Weiterbildung. Durch das aktive Handeln im Spiel erlangt die Pflegedienstleitung zudem konkrete Handlungsfähigkeit für die praktische Arbeit.

Auch wenn es noch einige Zeit dauern wird, ehe die Pflegebranche von der Bereitstellung der Serious Game-basierten Lernumgebung profitieren kann, wurden in den vergangenen Monaten bereits einige Arbeitsziele erreicht. Neben der Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstandes zu Fehlbelastungen im Pflegebereich wurde die Entwicklung und Umsetzung der projektbegleitenden Materialien (Flyer, Logo, Webseite) abgeschlossen. Darüber hinaus gewann das Projektteam erste interessierte Führungskräfte für die Erprobung der Lernumgebung. Diese werden uns zukünftig bei der Entwicklung der Anwendung durch ihr Feedback unterstützen. Eine Vorbefragung der Führungskräfte bildet die Grundlage sowohl für das technische als auch das didaktische Konzept der Lernumgebung.

Aktuell liegt ein Hauptaugenmerk der Arbeit auf der Zielgruppenansprache und Bekanntmachung des Verbundprojekts. Zu diesem Zweck wurden verschiedene Kontakte, vorrangig Berufs- und Wohlfahrtsverbände im Bereich der Pflege, angesprochen. In einem halbjährlichen Projekt-Newsletter wollen wir weiterhin über die Ziele sowie den aktuellen Arbeitsstand des Projekts informieren.

Wenn Sie Interesse, Fragen oder Anregungen zum Projekt oder einzelnen Ergebnissen haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht.

 

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Projektauftakt: Serious Games für die Präventionsarbeit in der Pflegebranche

Nach einer langen Vorbereitungs- und Planungsphase startete am 01. April 2016 das Verbundvorhaben „Serious Game-basierte Informations- und Lernumgebung zum Abbau von physischen und psychischen Belastungen bei Pflegekräften“ (kurz: Stress-Rekord). Es ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Vorhaben im Förderschwerpunkt „Präventive Maßnahmen für die sichere und gesunde Arbeit von morgen“, welches Unternehmen durch innovative Technologien in der zunehmend digitalisierten Arbeitswelt stärkt. Ausgehend von den Fehlbelastungen bei Pflegekräften zielt das Projekt darauf ab, Gesundheitsförderung als Führungsaufgabe in der Pflegebranche zu etablieren. Unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten wird ein Serious Game in Form eines Planspiels entwickelt. Es kombiniert unterhaltsames Spielerleben mit Wissens- und Kompetenzvermittlung. Als Personalentwicklungsmaßnahme ist der Einsatz des Serious Games in der Fort- und Weiterbildung intendiert.

Um das gemeinsame Projektziel zu erreichen, arbeiten das Medienzentrum der Technischen Universität Dresden, die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V., die Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Nds. Süd gGmbH und das Trägerwerk Soziale Dienste wohnen plus…gGmbH eng zusammen.

Nun werden die ersten Ergebnisse unserer Arbeit sichtbar, über diese wir im Weiteren auf dieser Webseite berichten werden.